DialoWG

Die jüdisch-muslimische Wohngemeinschaft

Was sagen die WG Bewohner und Förderer zum Thema Antisemitismus, Islamophobie und interrelgiösem Dialog

17. Oktober 2016
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Der Film zur DialoWG

Der Rückblick auf die Zeit der DialoWG als kurzer Dokumentarfilm. Mit Ausschnitten aus den Freizeitaktivitäten, dem Frühstück mit Cem Özdemir, den Besuchen der Gemeinschaftsgebete in der Moschee und der Synagoge und dem Planspiel an einer Neuköllner Schule. Die Interviews geben Einblick, welchen Erfahrungen die fünf Teilnehmer Salman, David, Mohamed, Daniel und Abdulselam die Zeit in der Dialowg machen konnten und welche Erkenntnisse sie für den interreligiösen Dialog mitnehmen.

 

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9. Oktober 2015
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Hut ab, vor diesen jüdischen und muslimischen Teilnehmern!

Ein Riesenkompliment für diese fünf jungen Bewohner der ersten jüdisch-muslimischen Wohngemeinschaft, der DialoWG. Sie wagten es, miteinander acht Tage lang unter einem Dach zu leben. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, denn in der DialoWG zeigt man Fremden seine privaten Seiten. Zudem kamen die Teilnehmer nicht losgelöst von der Entfremdung zwischen vielen Juden und Muslimen und auch sie haben natürlich ihre Meinung zum Nahostkonflikt. Ihr Umfeld machte teilweise Druck, nicht an diesem Projekt teilzunehmen. Von all diesen Dingen befreiten sie sich und ließen sich auf diese einmalige Erfahrung ein.

Dieser Mut macht sie zu Vorbildern für Muslime, für Juden und auch für unsere gesamte Gesellschaft.

In der jüdisch-muslimischen WG haben sich Freundschaften entwickelt

Daniel, Abdelselam, Mohamed, David und Salman bewiesen als junge Muslime bzw. Juden in Deutschland, wie gut sie miteinander leben können. Sie hatten in der gemeinsamen Wohnung eine Menge Spaß, teilten sich harmonisch den gemeinsamen Haushalt und zeigten große Empathie für den anderen. Herausfordernd war das Ganze schon. Das fing an mit der Frage, was in den Kühlschrank kommt und endete mit bestimmten Gebräuchen im Badezimmer. Nicht alle Unterschiede hatten etwas mit Religion zu tun, aber ganz über diese hinwegzusehen, war auch nicht möglich. Die DialoWG-Bewohner fanden immer wieder Wege, das Miteinander zu regeln.

Sie verdrängten nicht die Unterschiede, aber ließen es nicht zu, dass diese ihre Beziehungen bestimmten.

Dass sie wirklich als Gruppe zusammenwuchsen, zeigen vor allem die vielen selbstständig organisierten Aktivitäten, die sie neben dem obligatorischen Programm unternahmen: Sie gingen auf eigene Initiative zur Jüdischen Oberschule, besuchten 3 Berliner Moscheen, waren beim Fußballspiel Makkabi gegen Kreuzberg, gingen zusammen Essen, besuchten das Projekt „Sprachcafé“ und stellten sich ihren Nachbarn vor. Dabei stand ohnehin schon viel in ihrem Wochenplan: Seminar mit dem WG-Psychologen von SPIEGEL ONLINE, Freitagsgebet in der Moschee, Schabbat-Gottesdienst in der Synagoge, Spieleabend, Fototermin, gemeinsam zum traditionell türkischen Friseur, Schulung für das Toledo-Planspiel, Durchführung des Toledo-Planspiels in einer Neuköllner Schule, Frühstück mit dem Schirmherrn Cem Özdemir, Workshop Antisemitismus/Islamophobie, Kochabend mit der Bloggerin von „auf tuchfühlung.de“ – das alles in nur knapp einer Woche!

Du kennst eine Person erst, wenn Du drei Dinge mit ihr gemacht hast: Gemeinsam gegessen, übernachtet und verreist warst, so lautet ein arabisches Sprichwort.

Im Prinzip haben die fünf das erlebt. Sie kennen sich vielleicht nicht in- und auswendig, aber sie kennen sich mittlerweile sehr gut. Sollte in Zukunft mal einer von ihnen dabei sein, wenn jemand pauschal von „den Juden“ oder „den Muslimen“ spricht, werden sie mit Sicherheit einschreiten und sagen: Moment mal, ich habe mit ihnen zusammengelebt, ich habe sie anders erlebt… Spätestens nach diesen acht Tagen avancierten Abdulselam, David, Mohamed, Daniel und Salman zu lebendigen Beispielen für das friedliche Miteinander von Juden und Muslimen.

Wenn es auf engen 150 Quadratmetern in Berlin klappt, dann muss es auch woanders funktionieren.

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7. Oktober 2015
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Nachbarn, mal sehen, wie sie reagieren

Neue Nachbarn ziehen ins Haus. Wer macht nun den ersten Schritt und stellt sich vor? Am ersten Tag erfuhren die DialoWG-Bewohner, dass es da Unterschiede zwischen der türkischen und deutschen Kultur gibt. In der türkischen kommen die „Alteingesessenen“ auf ihre neuen Nachbarn zu und heißen sie willkommen. In Deutschland klingelt man bei den Nachbarn und stellt sich vor, wenn man irgendwo einzieht. Wenn nun eine türkischstämmige Familie neu einzieht, kann es zu Missverständnissen kommen: Alle warten, dass die anderen zuerst vorbeikommen. Weiterlesen →

Geschichten gegen Antisemitismus

6. Oktober 2015
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DialoWG: Toleranzbotschafter in Neuköllner Schule

Da stehen die vier DialoWGler direkt vor 20 Zehntklässlern einer Neuköllner Brennpunktschule und man hat das Gefühl, dass sie nie etwas anderes getan haben. Und zwar zusammen als muslimisch-jüdisches Pädagogenteam. Sie erklären, fragen, haken nach, moderieren und springen sich gegenseitig zur Seite. Dabei haben sie sich nur zwei Tage lang auf die Durchführung des Planspiels Toledo vorbereiten können. Möglich war das nur, weil sie in der Wohngemeinschaft schon eine Menge Vertrauen aufgebaut haben. Sie brauchten nicht viel Zeit, um sich abzustimmen.

Ein Planspiel zur interkulturellen Sensibilisierung und zum interreligiösen Dialog - toledo an der Schule

Toledo – das interkulturelle Planspiel

Die Handlung des Planspiels ist schnell erzählt. Es spielt im 13. Jahrhundert in Toledo – die spanische Stadt ist ein Muster für kulturelle Toleranz. Juden, Muslime und Christen leben friedlich miteinander unter der Herrschaft des christlichen Köngs Alfonso. Die Bürger bilden sich in den Wissenschaften, der Poesie, Musik und der Verwaltung.

Doch aus dem Nichts verüben „christliche“ Extremisten einen Anschlag auf die Moschee. Wie reagieren jetzt die Bürger? Geben sie sich gegenseitig die Schuld? Können sie den Frieden wahren? Weiterlesen →

Initiativen gegen Antisemitismus und für mehr Toleranz gibt es viele. Dieses Wohn-Experiment ist einzigartig

6. Oktober 2015
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Noch schnell zum Friseur, bevor es in die Schule geht

Recht lange Mähnen, nicht gestutzte Bärte, halbe Afros. Wie sahen unsere DialoWGler nur aus? Am Dienstag sollen sie das Toledo-Planspiel an einer Neuköllner Schule durchführen. So kann man sie da nicht reinlassen, was sollen die Schüler denken? Nicht, dass sie wegrennen, wenn sie die Jungs sehen.

Beim türkischen Friseur gibt es das traditionelle Wellnessprogramm für die DialoWG Bewohner

Klar, dass die Organisatoren Abdulselam, Daniel, Salman, David und Mohamed noch schnell zum traditionellen türkischen Friseur schickten. Die DialoWG soll schließlich ‘was hergeben;-)

Nach vielen tiefgehenden interreligiösen Diskussionen war es nun also mal Zeit für ein heiteres, erleichterndes Erlebnis. Und nebenbei konnten wir ihnen auch ein Stück typisches Berliner Leben präsentieren. Unters „Messer“ kam jeder. Weiterlesen →

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5. Oktober 2015
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Stolpersteine – Erinnerungen vor der Haustür

Als ich das erste Mal vor dem Mietshaus der DialoWG stand, fielen sie mir sofort auf: Die goldgefärbten Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Bewohner. Die Verantwortung, die dieses Projekt für das Zusammenleben und den Abbau von Vorurteilen trägt, wurde mir als Organisator noch einmal deutlich bewusst.

Auch die DialoWGler teilten dieses Verantwortungsgefühl. Abdulselam und David recherchierten in den nächsten Tagen, wer diese ehemaligen Mieter in der Alten Schönhauser Str. 4, ihre Vorgänger als Hausbewohner, waren. Dabei kam folgendes heraus: Weiterlesen →

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4. Oktober 2015
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DialoWG beim Fußballmatch Makkabi:Kreuzberg

Wenn das mal nicht ein gutes Zeichen ist: Die fünf Bewohner der DialoWG machen vielmehr zusammen, als eigentlich geplant.

Jüdisch muslimische Freunde beim Fußball in Berlin

Nachdem sie am Sonntag noch zusätzlich die Jüdische Oberschule und zwei Moscheen besuchten, wollten sie heute noch vor dem Toledo-Planspiel zum Fußballspiel zwischen TuS Makkabi und Kreuzberg. Von Lagerkoller also keine Spur.

Mit von der Partie war DialoWG-Organisator Dervis. Unsere DialoWGler feuerten ihn kräftig an. Vielleicht hat er deshalb auch zwei Tore geschossen?

Erfahre mehr über das Leben in einer muslimisch-jüdischen Wohngemeinschaft und über ihre Bewohner hier im Blog oder in facebook unter #DialoDaniel #DialoSalman, #DialoAbdulselam, #DialoDavid, #DialoMohamed

 

 

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3. Oktober 2015
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Spieleabend mit Pizza, Pannen und Pegida…

David mimt einen schlecht gelaunten Demonstranten nach. Er schaut grimmig drein. Dazu tut er so, als ob er ein Schild in die Höhe hält. „Protest, Protest, Demo, Pegida!“, es dauert keine fünf Sekunden, bis Salman den richtigen Begriff gefunden hat.

Am Samstag, den 3. Oktober, spielten die Teilnehmer fröhliches „Begriffe Raten“. Der Reihe nach stellte einer von ihnen entweder einen Begriff dar, erklärte oder zeichnete ihn. Der Rest der Gruppe musste innerhalb von einer Minute auf das richtige Wort kommen. Anstatt in zwei Teams gegeneinander zu spielen, sollten sie gegen die Organisatoren spielen, d.h. mindestens 90 Punkte erzielen. Der ausgelobte Preis, war ein selbstgekochtes Abendessen.

Es war ein lustiger Abend. Statt der sonst üblichen Worte aus den bekannten Spielen, mussten die Teilnehmer auf Deutsche Einheit, koscheres Rind, Kaaba, Stereotyp, Political Correct, Empathie, Halal-Ente, Mesusa oder Thronvers kommen. Neben „Pegida“ brachte mit Sicherheit die Halal-Ente die meisten Lacher. Vergebens watschte Salman durch den Raum, hob seitlich sein Gefieder wie zum Abflug, präsentierte einen leckeren Braten oder schnitt sich selbst die Kehle durch.

Beim Spieleabend in der WG den Begriff Helal Ente zu erraten ist ganz schön schwer - umso lustiger dem Darsteller dabei zu zusehen Seine Teamkameraden kamen einfach nicht auf die Halal-Ente. Das war einer von zwei Begriffen, die die DialoWG‚ler nicht errieten. Ansonsten gewannen sie mit Bravour und verdienten sich redlich eine selbstgemachte Pizza. Im Anschluss spielten sie noch Personenraten. Der jüngste in der Runde gewann. Daniel brauchte nicht lange, bis er darauf kam, dass auf seiner Stirn der Name seines Mitbewohners „Mohamed Matar“ stand. Wenig später erreichte David den zweiten Platz, als er auf „Slim Shady“ tippte.

Personen-Raten-Spieleabend-WG-Kennenlernen-Kommunikation

Insgesamt war es ein unterhaltsamer Abend. Es zeigte sich, wie gut die DialoWG‚ler schon miteinander auskamen. Folge Deinem Lieblingsbewohner der DialoWG auf dem Blog oder in facebook unter seinem persönlichen Hashtag: #DialoDaniel #DialoSalman, #DialoAbdulselam, #DialoDavid#DialoMohamed.

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2. Oktober 2015
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So war die Beratung vom WG-Psychologen

Auf Socken kommen sie daher – in der DialoWG. Die Bewohner beziehen die WG: Welche Bräuche gibt es im Judentum und Islam zum Einzug in eine neue Wohnung?Es brauchte keine zwei Stunden, bis Abdulselam, Daniel, Salman, David und Mohamed sich darauf einigten, in der Wohnung die Schuhe auszuziehen. Das bemerkte WG-Psychologe Ludger Büter direkt, als er zum gemeinsamen Seminar mit den Bewohnern kam. „Ich würde mir wünschen, dass ich das bei mir zu Hause umsetzen könnte“, scherzte Büter.

Es war nützlich, den WG-Berater vom SPIEGEL ONLINE gleich zu Beginn der WG einzuladen. Schließlich machte er die Jungs auf viele mögliche Fallstricke aufmerksam. Schuhe in der Wohnung ist nur einer. Was wünscht Ihr Euch für die Nasszelle? Abdulselam bat seine Mitbewohner darum, den Boden möglichst trocken zu halten. Nachdem Mohamed am Vorabend schon über die Wasserflasche informierte, wartete er nun mit einem weiteren – zumindest für manche Männer – ungewohnten Anliegen auf: Weiterlesen →

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2. Oktober 2015
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So war die Moschee – und so die Synagoge

 

Die fünf Bewohner der DialoWG waren beim Freitagsgebet in der Moschee und dann abends beim Schabbat-Gottesdienst in der Synagoge. Hier erzählen sie, wie sie die Besuche erlebten…

Wer war denn schon mal in einem Gotteshaus des anderen?

Abdulselam: „In einer Synagoge war ich noch niemals. Ich wollte schon immer mal gerne in eine Synagoge gehen, aber ich hab es noch nie geschafft, deshalb war das für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Jetzt auch zum ersten Mal hier in Berlin in eine Synagoge gehen zu dürfen.

David: „Bei mir ähnliche Erfahrungen für eine Moschee. Ich hatte noch nie die Gelegenheit, eine Moschee zu besuchen. Diesen letzten Freitag für das Freitagsgebet war es auch meine erste Erfahrung – vorallem nicht nur in einen Moschee zu gehen, sondern auch gleich den Gottesdienst miterleben zu können.

Daniel: „Ich war schon mal in einer Moschee. Ich war mit Dervis in der Sehitlik. Es war neu für mich, weil ich da keinen Gottesdienst gesehen hab. Deshalb war das auch sehr interessant. Weiterlesen →